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25 JAHRE SES  - Zu neuen Ufern 

Das SES, das Saitenensemble Steglitz, feierte 2008 seinen 25. Geburtstag. Das ist viel in unserer kurzlebigen Zeit, und verglichen mit den Lebensabschnitten eines Menschen wäre dies die schönste Jugendzeit, heiter, offen und sorglos. Die Kinderkrankheiten sind überstanden, aber der „Ernst des Lebens“ hat noch nicht wirklich angefangen. Apropos Anfang, werfen wir doch mal einen Blick auf die Anfänge zurück.

19 Musiker und Musikerinnnen gründeten am 28. Januar 1983 das Saiten-Ensemble Steglitz, das im Laufe der Jahre von vier Künstlern maßgeblich geprägt wurde und wird. Da wäre als erstes Wolfgang Jentzsch zu nennen, der musikalische Leiter bis Dezember 2001 und heute Ehrenmitglied des Ensembles. Wolfgang tanzte den Jive, während er dirigierte. Sein Nachfolger, Utz Grimminger kam der Liebe wegen aus dem Schwabenland nach Berlin und spielte Mandola in unserem Orchester. Nach einer Weile wurde er als begabter Dirigent enttarnt. Durch Utz hat das SES das Experimentieren lieben gelernt. Heute macht es auch vor Neuer Musik oder Schlagern nicht halt. Peter "el Maño" Rudolph, Bassist, Sänger, Jazzmusiker und vieles mehr. Das Ensemble profitiert von seinen frühen Wanderjahren durch die Welt. Unsere Konzertbesucher teilen mit uns die Leidenschaft für seine Arrangements spanischer Lieder. Der vierte ist Walter Thomas Heyn, der das Ensemble seit September 2006 leitet, Heyn wurde der Nachfolger von Utz Grimminger, welcher mit Braut 2006 zurück ins Schwabenländle zog.

Inzwischen sind Spieler/innen aus Ost und West hinzugekommen. Zahlreiche Gäste, wie die junge Percussions-Gruppe um Burkhard Sander, Flöten-, Saxophon-, Fagott-, Akkordeon-, Mandolinen- und Gitarren- Solisten sowie hochkarätige Sänger schaffen Abwechslung und Vielfalt.  
Das Archiv des SES umfasst inzwischen 274 Werke aus allen Epochen und den verschiedensten Musikrichtungen: Barock, Klassik, Romantik, Moderne, Sinfonien, Tänze, Pop, Folklore, Schlager, Musical und vieles mehr. 10 Uraufführungen von Werken von Hans Baumann, Fried Walter, Wilhelm Dieter Siebert, Vasiliki Nika, José Vitores u. a. können stolz vermeldet werden.

Auch auf den nationalen Zupffestivals ist das SES immer für eine Überraschung gut; die Aufführung des Kindermusicals "Ritter Runkel und die Digedags" in Bamberg 2006 z. B. lobte die Szene als gelungenes Highlight der Veranstaltung.

So und nicht anders könnte das im Festbericht jedes Orchesters stehen. Aber Walter Thomas Heyn, Berliner Komponist seines Zeichens, sieht noch ganz andere Entwicklungsmöglichkeiten. Der in Görlitz geborene Komponist und Gitarrist übernahm mit dem SES nach zahlreichen Stationen als Kapellmeister des Leipziger Kammermusiktheaters und des Offenbach-Theaters Berlin, als Studiodirigent für Filme und Hörspiele, Gründer und Leiter des Kammerorchesters OPUS sein erstes Zupforchester. Heyn erkannte schnell die Möglichkeit, mit dem leistungsfähigen SES aus dem üblichen Laienorchesterbetrieb, bestehend aus Proben – Probenwochenende - Sommerkonzert / Proben –Probenwochenende – Weihnachtskonzert in immer ähnlichen  Programmkonstellationen (Barock – Klassik – Moderne der 50iger bis 70iger Jahre – Popmusik) auszubrechen und das Orchester in seine Theater- und Studioproduktionen einzubeziehen. Und so öffnete sich im September 2008 im Britzer Garten zum ersten Mal der Vorhang für eine Opernproduktion, bei der das Streichorchester durch ein Zupforchester ersetzt wurde. Gespielt wurde Pergolesi´s Einakter „Die Magd als Herrin“ und der Einakter von Walter Thomas Heyn's „Das Auf und Ab im Leben“. Walter Thomas Heyn transformierte hier mit seinem langjährigen Librettisten Martin Verges die traditionelle Geschichte der Oper in die heutige Zeit. Aber zunächst mußte das große Festkonzert am 29. Juni gemeistert werden. „Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da“ hieß die Jubiläumsproduktion. Also denne: Prost auf die nächsten 25!